Wie bewerten wir Digitalisierungslösungen in der Produktion?

Timo - 08.09.21 09:30

Urlaubszeit! Die schönste Zeit des Jahres! Wie jedes Jahr hat es trotz allem auch dieses Jahr wieder viele Menschen in mehr oder weniger ferne Länder und Regionen gezogen. Wie selbstverständlich lösen wir hier im Privaten regelmäßig ein Problem, welches in der Industrie oft große Schwierigkeiten verursacht. Nämlich das der Bewertung von Investitionen.


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Wieso sind wir bereit, viel Geld in unsere Urlaube zu investieren? Die Kosten sind erst einmal klar und meist hoch – Flug, Hotel und ein Urlaubsbudget für Restaurantbesuche und Freizeitaktivitäten. Auch ein Reservebudget planen wir meistens mit ein. Doch was ist der Gegenwert dieses Urlaubs? Dieser ist zwar offensichtlich da, aber in Euro lässt er sich unmöglich ausdrücken. Trotzdem ergibt unsere private Kosten-Nutzen-Bewertung eindeutig, dass der Invest sich lohnt!

 

WAS HAT DAS JETZT MIT DER bEWERTUNG VON dIGITALISIERUNGSLÖSUNGEN ZU TUN?

Auch in der produzierenden Industrie stehen wir oft vor der Fragestellung, ob sich eine Investition lohnt. Insbesondere bei Digitalisierungslösungen kommt es oft dazu, dass eine monetäre Bewertung des Nutzens praktisch nicht möglich ist. Selbst die Kosten sind oft nicht komplett bekannt, allenfalls die notwendigen Anfangsinvestitionen. Aufgrund der komplexen Wirkungsweise vieler Digitalisierungslösungen kann der Nutzen nicht erfasst und auch nachträglich oft nicht direkt zugeordnet werden. Der klassische Entscheider im Unternehmen stellt aber meist genau diese Frage: Was kostet es? Was bringt es? Und zwar in Euro!

Verschärft wird das Thema durch den Umstand, dass meist ein Teil des Nutzens (und der Kosten) auf die altbewährte Art monetär bewertet werden kann. Dies führt dann aber dazu, dass nur auf Basis einer Teilinformation entschieden wird – hier weiß man ja was man hat – und die Entscheidung somit nicht optimal sein kann. Es besteht also die Gefahr, dass wir eine scheinbar sauber kalkulierte Entscheidung treffen und gar nicht merken, dass diese wirtschaftlich ungünstig ist. Dies ist ein Umstand, der vielen Unternehmern verständlicherweise größte Sorgen bereitet. Der einzige Ausweg, der oft gewählt wird, hat leider sogar noch fatalere Folgen: Erstmal abwarten und gar nicht in Digitalisierungsprojekte investieren!

 

WAS IST ALSO DIE HERAUSFORDERUNG AN DIESER sTELLE?

Wir müssen es schaffen, Investitionen in Digitalisierung ganzheitlich zu bewerten und vergleichbar zu machen. Und zwar sowohl hinsichtlich des Nutzens als auch der Kosten:

 

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Zwei Einsichten müssen also da sein:

  1. Auch Digitalisierungslösungen müssen bei knappen Ressourcen bewertet werden
  2. Nicht alle und nicht mal die entscheidenden Parameter können (in jedem Fall) monetär berechnet werden

Dies führt zu einem kombinierten Ansatz, der allerdings auch nicht frei von Konfliktpotenzial ist. Hierbei geht es zunächst darum, die Kosten des Ist-Zustandes zu ermitteln. Da Digitalisierungslösungen meist bereichsübergreifende Prozesse betreffen, eignet sich hierfür die Prozesskostenrechnung. Diese schafft Klarheit über die Basis – wovon sprechen wir eigentlich und wie hoch ist unser Potenzial? Außerdem bietet sie später die Möglichkeit eines Vorher-Nachher-Vergleichs. In unserem Urlaubsbeispiel ist das die klassische Messgröße „urlaubsreif“.

 

UND WOMIT FANGEN WIR AN?

Zunächst interessieren uns die Kosten der Investition und zwar in Form der Gesamtkosten über den Lebenszyklus der Investition. Diese Methode ist für IT-Projekte seit langem etabliert. Für jede Alternative müssen die TCO (Total Cost of Ownership) ermittelt werden. Für unseren Urlaub wären das die Kosten aus Flug, Hotel, Restaurants, Freizeit, Mietwagen, Risikobudget usw.

Im nächsten und entscheidenden Schritt geht es um den Nutzen der Digitalisierungsmaßnahme. Da der monetäre Nutzen meist nur einen Teil abbildet, wird auf die klassische Nutzwertanalyse zurückgegriffen. Auch monetär bewertbare Kriterien können hier als Merkmal mit aufgenommen werden.

 

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Diese drei Analysen bilden dann die Grundlage für eine bestmögliche Entscheidung. Leider ist auch dieser kombinierte Ansatz nicht frei von Unsicherheit (wie dies auch rein monetär basierte Entscheidungen sind). Um einen größtmöglichen Konsens und hohe Ergebnisqualität zu erreichen sind Erfahrung, Expertise und Transparenz entscheidend. Dann ist ein Unternehmen in der Lage mit Hilfe des 3-phasigen Ansatzes bessere Entscheidungen zu Digitalisierungslösungen zu treffen.

 

Gerne stellen wir Ihnen mehr zu diesem Thema in einem persönlichen Gespräch vor – selbstverständlich im Kontext zu Ihrem Unternehmen. Vereinbaren Sie einfach einen Termin mit einem unserer Experten.

 

 


 

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